Deine Seele spricht Todessehnsucht, Angst vor dem Tod und Suizid heilen © Copyright Ammanda Ute Brinkmann, Dossestr. 143, 16321 Bernau Leseprobe
Der Tod spricht Ich bin der Tod. Ich bin so wichtig, wie das Leben. Durch mich wird das Leben. Ich bin die Kraft der Erneuerung. Ich komme, wenn die Zeit der Erlösung gekommen ist. So bin ich gütig, denn ich bin der Erlöser. Ich beende dein Leben. Ich rufe dich zum Schöpfer. So bereite ich den Weg für ein neues Leben. Ich bin die Wandlung, die Transformation, die allem innewohnt. Ständig erneuere ich die Zellen in deinem Körper, so kannst du durch mich sein. Du kannst dich mit mir versöhnen und meine Kraft für deinen Wandel gebrauchen. Verbinde dich mit meiner Kraft der Transformation und wandle dich. Ich wandle deine Gedanken, deine Gefühle, deinen physischen Körper in die Kraft der Liebe. Hast du Angst vor mir? Dann hast du Angst, dich zu wandeln. Die Liebe ist der Schlüssel, deine Angst zu erlösen. Werde frei, ich helfe dir dabei. Befreie dich von deinen Begrenzungen, Blockaden und Problemen. Ich kann dir mit der Kraft der Erneuerung zur Seite stehen. Erkennst du, dass ich Entwicklung und Erneuerung bringe, wirst du beginnen, deine Angst vor mir zu überwinden und meine Kraft lieben zu lernen. Ohne mich wärst du nicht. Hast du Angst vor dem Schöpfer, vor dem Unbekannten? Du überwindest diese Angst, in dem du die Schöpfung achtest und nach seinen Gesetzen lebst. Ich bin dein ständiger Begleiter. Jede Nacht, wenn der Tag stirbt, frage ich dich, wie du den Tag genutzt hast. Hast du dich mit meiner Kraft der Wandlung verbunden und diese für deine Entwicklung benutzt? Wenn du diese Frage mit ja beantworten kannst, bin ich dir ein Freund geworden. So wirst du am Ende eines erfüllten Lebens mich liebevoll erwarten, wissend, dass dies das Ende eines neuen Anfangs ist.
Ohne Tod kein Leben. Der Tod öffnet die Türen in ein neues Leben. Der Tod ist eine Chance für einen Neubeginn. Der Tod ist die Ausführung des höheren Gesetzes. Der Tod ist das Unausweichliche des Lebens. Der Tod ist das lebenserhaltende Prinzip. Der Tod ist das größte Wunder des Lebens, weil er das ewige Leben spendet. Der Tod ist das erlösende Prinzip, wenn Grenzen nicht mehr überwunden werden können. Der Tod ist das erlösende Prinzip, das die Grenzen überwindet. Der Tod ist die Realität in jedem Augenblick. Der Tod ist so göttlich wie das Leben.
Emus Geschichte Emus leiblicher Vater beging Suizid mittels Schlaftabletten. Sein Vater war Alkoholiker und er litt unter paranoider Schizophrenie. Auf den Tod seines Vaters reagierte Emu mit Schock und Verdrängung. Jahre später wird Emu gezwungen, dem Leidensweg seines zweiten Vaters zuzusehen. Auch er ist Alkoholiker, leidet unter Depressionen und nimmt sich das Leben. Emu kann es nicht verstehen. Zum zweiten Vater hatte Emu eine sehr gute Beziehung aufgebaut. Ein Jahr nach dem Tod seines zweiten Vaters begannen für Emu die Probleme. Die Diagnose: Unbewusste Identifikation mit den Vätern, unbewusste Annahme des „negativen“ Vaterbildes durch Solidarisierung mit den Vätern, weitere Gefahren der Psychose bei Nichtbehandlung, Schock durch Freitod des Vaters und Verdrängung, Schock und Trauma durch Suizid des Stiefvaters und Verdrängung. Emu hat „zugemacht“ – bewusst und unbewusst. Er hat die traumatischen Situationen nicht verarbeitet. Emus Weg der Heilung Emu kommt gemeinsam mit seinen Eltern zum Vorgespräch. Als ich ihn sehe, öffnet sich mein Herz. Ich bin berührt. Liebe durchströmt mein Feld. Ich fühle: Diesem Jungen werde ich helfen. Mein Verstand sagte mir: Du hast keine Erfahrungen mit Suchtkranken. Andere können ihm vielleicht besser helfen. Emu war bei den „Anderen“. Dort hat er keine Hilfe erfahren. Meine Seele sagte: „Wir schaffen es.“ Die Eltern haben Emu soeben aus dem Krankenhaus geholt. Sie waren mit der Behandlung unzufrieden. Die Psychotherapeutin des Krankenhauses war krank, so dass Emu keine Psychotherapie erhalten konnte. Er wurde auf Medikamente eingestellt. Emu ist von einer Unruhe durchdrungen, er schwitzt, zittert und steht unter Spannung. Emu hat Drogen (Cannabis) genommen und ist seelisch zusammen gebrochen. Das Vorgespräch dauert drei Stunden. Am Ende ist Emu nicht mehr in der Lage, zu folgen, er möchte nach Hause, um Medikamente einzunehmen und sich ausruhen. Emu möchte eine Therapie machen, er möchte geheilt werden, ist gesprächs- und therapiebereit. Er ist mit mir als Therapeutin einverstanden. Wir vereinbaren, dass ich mit Emu eine wöchentliche Krisenintervention durchführe, die ca. 3,5 Stunden dauert. Der Gesundheitszustand von Emu ist sehr bedenklich. Die Diagnose der Klinik ist „Schizophrenie, psychotisches Fehlverhalten und Verhaltensstörungen durch Cannabis“. Emu hat täglich schlechte Phasen, die bis zu zwei Stunden dauern können. Er ist erschöpft, verspürt auf nichts Lust, empfindet Sinnlosigkeit, extreme Leere, Lustlosigkeit, Sinnlosigkeit und Gleichgültigkeit. Emu fühlt keine Emotionen von Glück und Freude, er ist von Aggressionen und Trauer befangen, hat das Gefühl, nicht ins Leben zu gehören, spürt tote Gefühle und hat das Gefühl, vor sich hin zu vegetieren. Schlechte Laune, Melancholie und Begeisterungsunfähigkeit begleiten ihn täglich. Emu ist selbst erschrocken über seinen Zustand. Ziellosigkeit, Hilflosigkeit, extreme Antriebslosigkeit, Angst vor Belastungen, keine Kontrolle über die beschriebenen Phasen und das Wissen „Das bin nicht ich!“ kennzeichnen seinen psychischen Zustand. Phasenweise fällt Emu in eine depressive Stimmung. Er hat Angst vor der Krankheit und Angst vor Pflichten. Emu sagt von sich, er habe körperlich abgebaut. Er habe Schlafstörungen und sein Stoffwechsel wäre kaputt. Emu wirkt abwesend und erstarrt. Ich nehme jedoch auch die andere Seite wahr. Emu verfügt über eine hohe emotionale Intelligenz, kann sich sprachlich sehr gut ausdrücken, seine Selbstdarstellung ist sehr qualifiziert. Emu ist in der Lage, vernetzt zu denken, verfügt über eine sehr gute Auffassungsgabe und hat die Gabe, Impulse leicht aufzunehmen und schnell zu verarbeiten. Emus Einfühlungsvermögen ist gut ausgeprägt. Er stellt sich selbst wie folgt dar: Dinge könne er nicht leicht abhaken. Er beschreibt sich als sehr tiefgründig. Schon immer hätte er einen pessimistischeren Blick aufs Leben als andere. Mit kleinen Problemen setze er sich langfristig auseinander. Cannabis habe er als Selbsttherapie benutzt. Die Probleme waren auch vorher da, Cannabis hat jedoch alles verschlimmert. Er nimmt ein inneres Seelenbild wahr: „Emu wach auf!“ Emu hat definitiv das Gefühl, aufwachen zu müssen. Lange Zeit, so erklärt es, habe er gegen die Seele gehandelt und war sich dessen unterschwellig bewusst. In der Schule hatte Emu oft den Punkt, nicht mehr zu wollen. Er hat sich überwunden. Heute denkt Emu, dass er sich damit selbst geschadet hat. Freiwillig gelernt habe er schon lange nicht mehr. Seine Motivation sei Angst gewesen und der Glaubenssatz: „Da muss ich durch!“. In der ersten Sitzung höre ich Emu aufmerksam zu. Emu beschreibt sein Krankheitsbild, erzählt seine Geschichte, die Lebensumstände, die individuellen Familienverhältnisse sowie die Verhältnisse in der Schule, die durch Stress und Druck gekennzeichnet waren. Die aktuelle Befindlichkeit beeinträchtigt erheblich seine Lebensqualität. Beim Erzählen seiner Geschichte kommen erstmalig bei Emu wieder Gefühle für seinen Stiefvater auf und es stehen ihm die Tränen in den Augen. Nach der Sitzung fühlt sich Emu etwas befreit. Er hatte zuvor das Gefühl, er müsse platzen. Emu konnte viele Themen nur andenken. Jetzt konnte er im Rahmen der Therapie seine Gedanken und Eindrücke, die ihn bewegen, ausdrücken und zu Ende denken. Er fühlt jetzt mehr Klarheit und Struktur in seinen Gedanken und Gefühlen und seinem inneren Familienbild. Erstmalig konnte sich Emu gründlich aussprechen. Die zweite Sitzung: Emu berichtet, wie er sich fühlt. Seine Befindlichkeit habe sich wesentlich gebessert. Lustlosigkeit, Sinnlosigkeit und extreme Leere sind weniger geworden. Gleichgültigkeit ist so gut wie nicht mehr vorhanden. Emu fühlt keine Aggressionen mehr, jedoch Trauer. Die Begeisterungsfähigkeit hat sich gebessert. Sein melancholischer Gemütszustand habe abgenommen. Leider könne er immer noch keine Emotionen von Glück und Freude fühlen und er habe das Gefühl, nicht sein Leben zu leben. Tote Gefühle wären in ihm noch vorhanden. Das Gefühl, vor sich hin zu vegetieren sei abgeschwächt. Er habe immer noch schlechte Laune. Er sei nicht mehr erschrocken über seinen Zustand und gewinne an Klarheit. Unter Spannung stehe er nicht mehr, er schwitze nicht mehr und auch die Unruhe wäre weniger geworden. Er fühle sich auch nicht mehr so ziel- und hilflos. Seine extreme Antriebslosigkeit sei definitiv weg. Die Angst vor Belastungen sei noch vorhanden. Er habe keine Kontrolle über die Phasen (gute und schlechte Phasen), die einander abwechseln. In der schlechten Phase ist Emu depressiv. Emu trägt das Wissen in sich, dass er nicht er selbst sei: „Das bin nicht ich!“ Sein Selbstbewusstsein sei nicht wie früher. Er hat noch nicht zu sich selbst gefunden. Emu fragt sich, was mit ihm ist, jeder hat was anderes erzählt. Er fühlt, dass sein Zustand mit der Geschichte seines Vaters zu tun hat. Seit unserer Begegnung spüre er, dass er in einem positiven Prozess ist und alte Gewohnheiten aufgibt. Im Krankenhaus habe man ihm nichts gesagt. Alle taten geheimnisvoll. So tappte er im Dunkeln. In einem Brief wurde sein „Zustand“ verfasst, dem ihn sein Psychiater offenbarte. Familienaufstellung mit Figuren Emu stellt seine Familie auf. Wie zu erwarten, stehen die Väter im Abseits. Die jetzige Kernfamilie steht in höherer Ordnung. Es erfolgt ein langes und tiefgründiges Gespräch zu den Vätern. Ich erkläre Emu die Krankheit seiner Väter und wie sie sich gefühlt haben. Emu bekommt ein Verständnis für den Zustand, in dem sich beide das Leben nahmen. Er lernt, die Situation nicht auf sich zu beziehen. Ebenso bekommt Emu ein Verständnis für die Situation seiner Mutter, die unter diesen Bedingungen mit den Vätern es auch nicht mehr aushielt. Das innere Seelenbild der Familie zeigt, dass Emu die Geschichte seiner Väter verdrängt, er grenzt sie aus der Familie aus. Für ihn sind sie nicht existent, wie er betont. Emu erzählte mir in der ersten Sitzung, wie ihn beide Väter geprägt haben. Insbesondere zum Stiefvater hatte Emu eine innige Beziehung aufgebaut. Emu sieht sein Familienbild. Er hat immer gedacht, er ist kein Familienmensch. Jetzt nimmt er die Geschlossenheit seiner Familie wahr. Emu schlägt aus eigenem Antrieb während des Gesprächs vor, seine beiden Väter an seine Seite zu stellen. Er nimmt die Figuren, die seine Väter darstellen und rückt sie dicht an die Kernfamilie, an seine Seite heran. Emu hat schon lange das Gefühl, von seinem Vater und Stiefvater verfolgt zu werden. Er hat zu einem bestimmten Zeitpunkt wahrgenommen, dass diese wieder existent sind. Die dritte Sitzung: Emu hatte tagelang eine „gute Phase“ und dann tagelang eine „schlechte Phase“. Die Phasen, in denen es Emu schlecht geht, seien gekennzeichnet von Depressionen, schlechter Laune, Hilflosigkeit, Ziellosigkeit, Zweifel und Grübeln. Emu berichtet, wie er die letzte Sitzung für sich verarbeitet hat. Er könne jetzt seine Väter annehmen. Emu beschreibt sein aktuelles Krankheitsbild. Die Lust auf etwas sei stärker geworden. Die Sinnlosigkeit und extreme Leere sei nur noch in den „schlechten Phasen“ spürbar. Er fühle keine Aggressionen mehr und die Trauer habe abgenommen. Gleichgültigkeit würde er nicht mehr fühlen. In den schlechten Phasen würde er keine Emotionen von Glück und Freude fühlen können, jedoch in den guten Phasen wären diese Gefühle wieder wahrnehmbar. Das Gefühl, nicht sein Leben zu leben sei ebenfalls nicht mehr präsent. Die toten Gefühle wären zwar noch vorhanden, jedoch hätten abgenommen. Auch das Gefühl, vor sich hin zu vegetieren, sei nicht mehr da, aber die Stimmung „so dahin zu leben“. Auch habe er das Gefühl, keine grundfeste Ordnung zu haben. Schlechte Laune sei partiell nur in den Phasen vorhanden. Sein melancholischer Gemütszustand habe abgenommen. Die Begeisterungsfähigkeit habe sich partiell, abhängig vom Gemütszustand, gebessert. Die körperlichen Symptome, Unruhe, Spannung und Schwitzen sind stabil nicht mehr vorhanden. Extreme Antriebslosigkeit sei definitiv weg. Die Angst vor Belastungen wäre noch vorhanden. Auch die fehlende Kontrolle über die guten und schlechten Phasen sei geblieben. In der schlechten Phase spürt Emu: Das bin nicht ich! Sein Selbstbewusstsein sei noch nicht wie früher. Er habe noch nicht zu sich selbst gefunden. Er habe jetzt aber weniger Angst vor seiner Krankheit. Erstmalig habe er in der guten Phase wieder Zufriedenheit gefühlt. Klarheit zu wichtigen Fragestellungen, Lebensthemen und Zukunft Emu kommt mit vielen ungeklärten Fragen in die Sitzung, die ihn beschäftigen. Er möchte Klarheit für sich und seinen Weg finden. Er fragt sich immer wieder, wie es nun weiter geht. In den wechselnden Phasen ist er hin- und her gerissen. Wenn Emu eine schlechte Phase hat, drängt es ihn wieder die Schule zu besuchen. Hat er eine gute Phase, sieht er, dass es zurzeit am besten ist, dass er wieder richtig gesund und belastbar wird, bevor er seinen Weg fortsetzt. Emu ist sich über das Neue noch nicht im Klaren. Er gibt viel Energie in diese Gedanken und Fragestellungen. Dies bestimmt den Ablauf der Sitzung. Ausführlich besprechen wir seine jetzige Lebenssituation im Kontext seiner persönlichen Entwicklung. Ich unterrichte Emu über den Sinn des Lebens und über die Einbindung des Menschen in gesellschaftliche und kosmische Prozesse und wie sich dies auf sein Leben auswirkt. Ich erkläre ihm, dass er einen freien Willen hat, sein Leben zu gestalten und dass nur er selbst darüber bestimmt, wie sich sein Leben weiter entwickelt und dass er sich mittels seiner Gedanken seine Wirklichkeit erschafft. Emu hört aufmerksam zu und nimmt das für sich raus, was für ihn im Augenblick wichtig ist. Emu möchte seinen Werdegang klären. Wir gehen alle aktuellen Themen gemeinsam durch. Emu und ich kommen einheitlich zu folgendem Ergebnis, dass es für ihn zunächst wichtig ist, dass er in Ruhe zu sich selbst findet, gesund und belastbar wird. Emu erhält Hausaufgaben: Mit den Vätern in Kontakt treten: durch liebevolle Zuwendung in den Tagen zwischen den Sitzungen und Träume aufschreiben – Emu hat in der ersten Sitzung berichtet, dass er immer wiederkehrende Alpträume hat. In der Therapie wollen wir diese gemeinsam bearbeiten und auflösen. Das Gespräch bringt Klarheit in Emus Weg, unterstützt den Heilungsprozess und ist für die Stabilität in seinem Leben wichtig. Imaginationstherapie Im zweiten Teil der Sitzung führen wir eine Imaginationstherapie durch. Ich biete Emu an, die Sitzung zu beenden. Emu möchte jedoch noch “etwas mit nach Hause nehmen“. Ich fühle, er möchte sich wiederum auf einen „Heilprozess“ einlassen. Ich bin einverstanden. Emu legt sich auf die Liege. Er stimmt sich in seinen Prozess ein. Ich führe Emu in tiefe Entspannung. Emu geht durch die „Tür“ ins Unterbewusstsein. Er sieht einen Garten mit einer Wiese, Büschen, Bäumen, an denen Früchte hängen, Blumen mit großen Blättern und Sträucher mit Knospen. Emu beschreibt sehr detailliert das innere Seelenbild. Die Sonne scheint und er nimmt alles sehr hell, freundlich, sonnig und frisch wahr. Er fühlt sich in diesem Bild sehr wohl. Emu ist alleine und so ist es für ihn stimmig. Er fühlt sich in die Atmosphäre ein. Alles ist in Ordnung. Emu stellt dem Raum Fragen – der Raum antwortet ihm. Emu sieht einen langen Weg und am Ende einen Brunnen, daneben steht eine Bank. Ich frage ihn, ob er sich auf die Bank setzen möchte. Er möchte. Ich frage Emu, ob es in Ordnung ist, dass wir die Seele seines leiblichen Vaters bitten, sich neben Emu zu setzen. Emu ruft die Seele seines Vaters. Er erscheint und setzt sich neben Emu auf die Bank. Auf Emu wirkt er abwesend und starr. Emu spricht ihn an, er reagiert nicht. Ich schlage ihm vor, ihn zu umarmen. Emu nimmt meinen Vorschlag an und umarmt seinen Vater. Dies ändert die Situation. Emu bemerkt, dass sich sein Vater öffnet, er wird freundlich. Die Starrheit verschwindet. Emu beginnt mit seinem Vater zu reden. Dabei unterstütze ich ihn. Er erklärt ihm seinen Schmerz über den Verlust, wie groß dieser Schmerz war, dass er es nicht aushielt und ihn – den Schmerz und den Vater – verdrängen musste. Jetzt möchte er seinen Vater annehmen und ihn in sein Leben integrieren. Emu erklärt seinem Vater, dass er – der Vater – keine Schuld hat und dass er ihn und seine Krankheit nun versteht und dass er seinem Vater viel zu verdanken hat, z. B. sein Leben und ein Teil seiner Kindheit. Der Vater nimmt dies an. Er antwortet Emu, dass er weiterlebt in den Kindern und dass seine Söhne immer seine Kinder bleiben werden und dass alles gut ist, wie es ist. Plötzlich verschwindet der Vater. Emu möchte nun die Sitzung beenden. Die vierte Sitzung: Emu hatte seit Therapiebeginn die beste und längste gute Phase, selbst die schlechte Phase war abgeschwächt. Er hat Angst vor der schlechten Phase. Emu trifft sich mehrmals wöchentlich mit einem Freund. Das erfüllt ihn. Dann konzentriert sich Emu im Jetzt, er kann lachen und sich freuen. Dennoch ist es noch nicht wie früher. Emu war mit Freunden draußen Fußball spielen, Musik hören und „quatschen“ – partiell kam Freude auf, wie früher. Er erzählt, dass ihn jeglicher Gedanke an die Zukunft belastet. Er beschreibt seine Befindlichkeit: Insgesamt habe sich sein Befinden wesentlich gebessert. Selbst in der schlechten Phase, in der er eine depressive Stimmung und schlechte Laune habe und ziellos sei, fühle er sich weniger hilflos und auch seine Zweifel hätten abgenommen. Die Lust auf etwas ist stärker geworden, jedoch noch phasenabhängig. Ein Zustand der Leere würde er in der schlechten Phase wahrnehmen, die extreme Leere sei weg. Die Gleichgültigkeit ist stabil nicht mehr vorhanden. Emotionen von Glück und Freude habe er in der guten Phase stark gefühlt. Die Trauer und die toten Gefühle würden immer weiter abnehmen. Das Gefühl, nicht sein Leben zu leben, habe er nicht mehr. Das Gefühl, keine grundfeste Ordnung zu haben, sei ebenfalls besser geworden. Er habe aber Angst vor der Zukunft, er fühle Unsicherheit. Sein melancholischer Gemütszustand habe abgenommen. Er gewinne zunehmend Klarheit über seinen Zustand und über sich selbst. Die körperlichen Symptome sind stabil nicht mehr vorhanden. Die extreme Antriebslosigkeit sei definitiv weg. Die Angst vor Belastungen wäre noch vorhanden, dennoch geringfügig besser. Er habe weiterhin keine Kontrolle über die beschriebenen Phasen. Das Wissen „Das bin nicht ich!“ habe sich in der positiven Phase transformiert in die Gewissheit: „Da ist etwas, das bin ich!“. Sein Selbstbewusstsein sei noch nicht wie früher. In der schlechten Phase habe er nicht mehr das Gefühl vollkommen daneben zu sein, jedoch komplett andere Denkstrukturen. Aufstellung eines Traumes Emu hat einen Traum mitgebracht: Emu ist mit seinem jetzigen Vater auf einem Boot auf einem See. Alles ist friedlich. Er empfindet die Atmosphäre als gemütlich und schwimmt entspannt im See. Plötzlich taucht ein Hai auf. Er umkreist Emu. Er ist nicht aggressiv und greift ihn nicht an, dennoch fühlt sich Emu bedroht. Der Hai dringt in Emus „heiligen Raum“ ein und stört seinen entspannten Zustand. Ich bitte Emu, diesen Traum aufzustellen. Emu stellt sich und seinen Vater auf. Ich hole einen großen Hai aus dem Spielzimmer. Emu befindet sich relativ schnell in der gefühlsmäßigen Situation des Traums. Ich gehe als Stellvertreter für den Hai – mit der Haifigur. Der Hai umkreist das Boot, wie im Traum. Emu fühlt sich bedroht, dann schwimmt der Hai weg ins Meer. Emu fühlt sich wieder entspannt, dennoch fühlt er: Dort ist etwas im Meer, das mich bedroht. Der Abstand ist erleichternd. Nun nähert sich der Hai wieder und Emu fühlt erneut die Bedrohung. Nimmt der Hai wieder einen Abstand ein fühlt sich Emu nicht bedroht. Ich frage Emu, ob er nun bereit ist, mit dem Hai zu kommunizieren. Er ist bereit. Der Hai erzählt, dass er kein Hai ist und Emu nicht bedrohen möchte, sondern sein Freund. Emu erlebe ihn als Bedrohung, weil er seine Angst des Unbekannten auf ihn projiziert. Er erklärt ihm, dass er ein Delphin ist und zu Emu kommt, um ihn zu beschützen. Dennoch kommt er in seine Träume, um ihn zu ermahnen und ihn darauf aufmerksam zu machen, dass Emu noch einiges zu erlösen und aufzuarbeiten hat. Emu fühlt sich vollkommen im Film. Er hört dem weisen Delphin gut zu. Emu sagt ihm, dass er in Zukunft keine Angst mehr vor ihm haben wird, weil er ja nun weiß, dass er sein Freund und Schutztier ist. Nun fragt der Delphin, ob er wieder in Emus Nähe kommen kann. Emu ist einverstanden. Der Delphin schwimmt in den See, Emus heiligen Raum. Dort umkreist er das Boot, auf dem sich Emu und sein Vater befinden. Emu fühlt sich nicht mehr bedroht, sondern nun beschützt. Wir beenden die Session. Die fünfte Sitzung: Emu sieht sehr blass und mitgenommen aus. Er berichtet, dass er von der Direktorin der Schule angerufen wurde. Sie bestellte ihn zu einem Termin und konfrontierte ich mit Entscheidungen, die ihn überforderten. Emu fühlt sich hin- und her- gerissen und hat Angst vor der Zukunft. So ging es ihm in der vergangenen Woche nicht gut. Dennoch berichtet er, dass er die Herausforderungen emotional gefestigter als zu Beginn der Therapie trug. So widmeten wir uns in den nächsten 2 Stunden den Themen, die ihn bedrückten. Organisationsaufstellung Emu stellt sein jetziges Klassensystem auf. Emu stellt sein zukünftiges Klassensystem auf. Wir besprechen Lösungsvarianten: Emu möchte in seine alte Klasse zurück. Emu erkennt, dass dies nicht mehr möglich ist. Er formuliert Bindungs- und Lösungssätze. Aufstellen des Glaubenssatzes: Ohne Abitur bin ich nichts wert. Emu stellt die Personen, die diesen Glaubenssatz geprägt haben, auf. Emu ist umzingelt. Er nimmt Emotionen der Hilflosigkeit, Unsicherheit und Zweifel, wahr. Emu fühlt sich übermannt. Er spürt, dass er sich angepasst hat. Die Energie der Gruppe ist so dominant, dass er sich selbst wenig fühlen kann, seine eigenen Werte. (Thema: Selbstbestimmung – Fremdbestimmung) Auflösung durch Emu: „Das Abitur ermöglicht mir, eine Arbeit meiner Wahl aufzunehmen. Mein innerer Wert, das was ich bin, misst sich an inneren Werten, an meinem Ich bin. Ohne Heilung und Gesundheit kann ich nicht sein. Gesundheit und Heilung sind der Schlüssel zu Zufriedenheit und Glück und ermöglichen mir, meine Ziele im Leben zu erreichen.“ Nach dieser Arbeit fließt das Blut in Emu wieder, seine Blässe schwindet. Emu hat sich wieder und wir können weiter an grundlegenden Themen arbeiten. Familiensystemische Klärung – Suizid der Väter Emu stellt sich seinen leiblichen und Stiefvater auf. Er nimmt die Situation positiv wahr und sieht den Fortschritt zur letzten Aufstellung. Dennoch fühlt er sich von seinen Vätern verfolgt. Emu wendet sich seinem leiblichen Vater zu und beginnt mit ihm ein Gespräch. Ich übermittle die Energie der Seele des leiblichen Vaters. Der Vater von Emu erklärt, dass er lange auf die Möglichkeit gewartet habe, mit Emu in Kontakt zu treten. Er erklärt ihm die Situation, die ihn in den Selbstmord trieb und dass er sein Handeln zutiefst bereue. Leider könne er diese Tat nicht mehr rückgängig machen. Er habe Emu verfolgt, weil er darin die einzige Möglichkeit sah, Hilfe zu erhalten. Er sei eine "erdgebundene Seele" und möchte ins Licht. Er habe Schuldgefühle gegenüber Emu und der Familie, die ihn daran hindern, „nach Hause“ zu gehen. Er bittet Emu um Vergebung und Verständnis für seine Krankheit, die ihn in den Wahnsinn trieb. Er habe es einfach nicht mehr ausgehalten und fand keine andere Lösung. Heute wisse er, wie viel er sich und seinen Lieben damit vergeben habe. Leider gibt es keinen Weg mehr zurück. Emu ist zutiefst berührt und bewegt. Er vergibt seinem Vater seine Tat und zeigt ihm, dass er ihn versteht und nun die Ruhe für sich finden soll, die er braucht, um seinen Seelenweg weiter zu gehen. Nach einer rührenden Abschiedszeremonie geht Emus leiblicher Vater ins Licht. Emu fühlt sich nach der Session wesentlich befreit und erleichtert. Die sechste Sitzung: Emu berichtet, dass er erstmals die ganze Woche eine relativ gute Phase hatte. Emu habe Glücksgefühle gehabt und gelacht. Er konnte sich freuen, erlebte seinen neuen Zustand als befreiend und fühlte weniger Angst, in eine schlechte Phase zu fallen, fühlte mehr Sicherheit und Stabilität. Emu fühlt, dass er ein Schritt weiter ist. Er ist jedoch noch nicht dort, wo er sein möchte. Er hat Angst vor der Zukunft. Emu beschreibt seinen neuen Ansatz. Er habe mittels der Therapie gelernt, sich auf das Hier und Jetzt und sich selbst zu konzentrieren. Das helfe ihm bei der Bewältigung seiner Zukunftsängste. Dennoch fühle er Druck in Bezug auf seine Zukunft. Er kann sich nicht fallenlassen, es fehlt ihm Vertrauen und Ur - Vertrauen. Emu beschreibt sein Krankheitsbild: Er spüre keinen Zustand der Leere mehr. Emotionen von Glück und Freude seien partiell präsent. Er fühle keine Trauer. Von dem Gefühl, nicht sein Leben zu leben, fühle er sich befreit. Das Gefühl keine grundfeste Ordnung zu haben, habe abgenommen. Die Angst vor der Zukunft und Unsicherheit seien vorhanden. Ziellosigkeit, Hilflosigkeit, Zweifel und Grübeln wären nur noch gering ausgeprägt. Er habe die Kontrolle über die beschriebenen Phasen wieder gewonnen. Er nehme ein neues Gefühl in sich wahr: „Ich bin wieder mehr ich selbst.“ Das Selbstbewusstsein sei noch nicht wie früher. Emu habe jedoch nicht mehr das Gefühl, vollkommen daneben zu sein. Positive Denkstrukturen festigen sich. Er habe keine depressive Stimmung mehr. Symptomaufstellung der Ängste Emu stellt die Angst zweimal auf. Einmal steht die unmittelbare Angst direkt vor ihm und dahinter steht die noch größere Angst vor der Zukunft. Emu beschreibt die beiden Ängste: Die unmittelbare Angst ist die Angst, zurückzufallen. Diese Angst richtet sich auf die Situation, die Angst vor dem Alltag in der Schule und die Angst vor Wiederholung. Die zweite wäre die Angst vor der Zukunft. Diese entfernte, noch größere Angst, ist begleitet von Versagensängsten, von der Angst, keine Erfüllung im Leben zu finden, von der Angst, keine Freude am Leben zu finden. (Emus Grundkonflikt: ich bin, wie ich bin – ich bin nicht, wie ich sein soll; Selbstannahme – Selbstverleugnung; Emus Anliegen: Sein Selbstbewusstsein wieder finden). Ich frage Emu, wie er sich fühlt? Emu antwortet, dass er keine Kontrolle über die Situation habe. Jetzt wird er direkt mit seinen Ängsten konfrontiert. Sie werden ihm bewusst. Emu beschreibt seine Ängste: „Ich sträube mich, noch ein Jahr die gleichen Erfahrungen in der Schule zu machen. Ich will nicht auf die gleiche Weise, mein Leben überstehen, wie vor meinem Zusammenbruch. Ich bin genervt vom ‚geistigen Dünnpfiff’, den die Lehrer uns vermitteln. Es ist belastend, so genervt zu sein und keinen Ausgleich zu finden. Es ist eine aussichtlose Situation. Wenn ich meine Lehrer sehe, vergeht mir alles. Ich habe die Ungewissheit, dass ich mit Schulbeginn soweit wieder hergestellt bin, dass ich das verkrafte. Ich habe noch eine starke Erinnerung an die Phase, wo es mich total angekotzt hat. Zurzeit bin ich mir nicht sicher, ob ich in der Lage dazu bin, die Motivation zu finden, die ich brauche. Ich habe mein ganzes junges Leben nur Sachen gemacht, die mir kaum etwas gebracht haben. Ich habe leistungsmäßig ein großes Potential, wenn ich einen Sinn in meiner Arbeit sehe. In der Schule fühle ich nur den Zwang, zu lernen. Es ist die Unfähigkeit des Schulsystems zu sinnvollem Lernen, der Entfaltung der Kreativität beim Lernen und des individuellen Lernens. Ich habe Angst, mit etwas in Berührung zu kommen, das ich nicht selbst bin. Ich habe Angst, dass mich die Schule wieder wegführt von dem, was ich mir erarbeitet habe. Ich habe keine Lust, mich an dieses System anzupassen. Ich habe Angst, wieder in die alte Rolle gedrängt zu werden. Dann bin ich nicht der, der ich bin. Ich würde mich gern in eine Umgebung einfügen, ohne meine Identität zu verlieren. Doch einfügen, heißt in unserem Schulsystem, zu funktionieren, sich anzupassen, das zu tun, was andere einem vorsagen. Ich reagiere allergisch darauf, funktionieren zu müssen.“ Wir gehen gemeinsam den Weg der Klärung und Erkenntnis der Problematik und der Annahme des Themas. Emu hört seinen Ängsten zu: „Emu, respektiere uns, erkenne uns an und kämpfe nicht gegen uns.“ Emu arbeitet an einer Lösung. Er stellt die Liebe neben die unmittelbare Angst. Er stellt sein „Ich bin“ neben die Angst vor der Zukunft. Die Liebe spricht: „Emu, ich bin die Liebe, ich unterstütze dich, deine Ängste zu überwinden, ich bin der Schlüssel, dass du die Angst in deinem Feld erlöst.“ Emus „Ich bin“ spricht: „Ich bin deine Wahrheit. Ich bin der, der du wahrhaftig bist, deine wahre, höhere Identität. Ich bin der, nach dem du dich sehnst. Ich bin der Schlüssel, deine Angst vor der Zukunft zu überwinden. Vertraue dir, der du bist, deinem ‚Ich bin’ und deine Angst vor der Zukunft wird sich auflösen.“ Nun spürt Emu, wie er die Kontrolle über seine Ängste gewinnt. Abschließend formuliert Emu Bindungs- und Lösungssätze. Die siebente Sitzung: Emu beschreibt seinen Gesundheitszustand: Insgesamt habe sich sein Zustand stabilisiert und er hatte eine relativ gute Phase über die Woche. Leichte Stimmungsschwankungen hätte er noch. Darüber hat er jetzt jedoch die Kontrolle. Seine unmittelbare Umgebung hat die sichtbaren Veränderungen in seinem Selbstausdruck deutlich wahrgenommen. Überhaupt war es so, dass er schon nach der zweiten Sitzung keine Wut mehr fühlte und wieder mit seiner Familie kommunizieren konnte. Familienaufstellung mit dem Vater Die Identifikation mit seinem zweiten Vater, den er sehr liebte und der die Tat des leiblichen Vaters wiederholte, löste in Emu ein Trauma aus. Noch heute identifiziert sich Emu mit seinem Vater und kann die Situation nicht verstehen. Er verurteilt die Tat zutiefst und versteht nicht, wie der Vater ihm das antun konnte. Er fühlt sich von seinem zweiten Vater verfolgt. Jetzt ist Emu bereit, sich diesem Thema zu stellen. Emu stellt sich und seinen zweiten Vater auf. Ich frage Emu: „Wie fühlst Du dich?“ Emu erklärt mir, dass der Platz neben seinem Vater in Ordnung sei. Emu zu seinem Vater: „Wie konntest du mir das antun? Seit Jahren habe ich mit meinem Gefühlszustand und in Gedanken gelitten und das alles wegen deiner Aktion. Du hast dafür den denkbar schlechtesten Augenblick gewählt. Ich war damals total glücklich und zufrieden. (Emu hat zur damaligen Zeit mit Freunden regelmäßig Drogen genommen und beschreibt seinen damaligen Seinzustand als glücklich.) Deine Tat hat mich dann total runter gezogen. Vater: „Emu, es ist gut, dass wir heute miteinander reden. Ich habe zutiefst Schuldgefühle und diese lassen mich nicht von euch loskommen. Du weißt selbst, dass ich dich verfolgt habe. Ich habe einen festen Platz in deinen Vorstellungen eingenommen und versuche, dich zu beeinflussen. Ich wollte dir ein Zeichen geben und dir vermitteln, dass ich als Seele gefangen bin. Ich hoffe auf deine Hilfe und darauf, gemeinsam mit dir, einen neuen Weg zu finden. Emu, ich möchte loskommen, von dem, was ich inszenierte. Emu, glaube mir, dass ich diesen Schritt zutiefst bereue. Dir, Emu wollte ich wirklich nicht schaden. Ich habe die Konsequenzen meiner Tat nicht bedacht. Es war die Ausweglosigkeit, die mich in den Freitod trieb. Emu, ich bitte dich, mir diese Tat, die dir soviel Leid gebracht hat, zu vergeben. Emu, ich bitte zutiefst, dass du das tust, weil ich sonst als Seele, wo ich jetzt bin, keine Ruhe und keinen Frieden finden kann. Du weißt aus eigener Erfahrung, wie es ist, keinen Frieden zu finden. Du bist der Schlüssel für meine Erlösung. Darum bin ich dir so nah und verfolge dich. Ich hoffe zutiefst, dass du mir hilfst. Ich sage es dir noch einmal. Ich bereue meine Tat. Könnte ich umkehren oder die Tat auslöschen, würde ich es tun. Doch dies ist nicht möglich. Nur ein Weg befreit mich von meiner Last, meinen Schuldgefühlen und meinem Dahinvegetieren als Seele. Der Weg ist: Verstehen und Vergeben. Das bringt mir und dir die ersehnte Heilung. Danke Emu, dass du mir dieses Gespräch ermöglichst. Danke, dass du heute bereit bist, mit mir zu reden. Du bist mir ans Herz gewachsen, wie ein leiblicher Sohn. Emu, ich liebe dich und du weißt, dass es ehrlich ist. Ich liebe deine Familie auf meine Weise. Trage diese Botschaft bitte in deine Familie, damit sie weiß, das ich sie liebe und meine Tat zutiefst bereue. Emu, hilf mir bitte, meinen Zustand der Leere, der Sinnlosigkeit, der Hilflosigkeit, der Orientierungslosigkeit und Angst vor der Zukunft zu erlösen. Dort wo ich jetzt bin, kann ich nicht bleiben. Mein Weg führt ins Licht, wo vor einigen Wochen dein leiblicher Vater hingegangen ist. Ich möchte ihm folgen, kann es jedoch erst, wenn ich mit euch Frieden geschlossen habe. Kannst du mich verstehen? Emu: „Wie ich dich verstehen kann! Ich habe mich genau so gefühlt, dass ich mein Leben nicht mehr wollte. Ich will dich aus deinem Übergangsdasein befreien und dich ins Licht gehen lassen, damit wir beide Frieden finden. Ich kann dir verzeihen. Ich kann dich verstehen. Ich kann deine Situation nachvollziehen. Ich bin bereit, dich von deiner Schuld freizusprechen.“ Emu (mit meiner Hilfe): „Ich vergebe dir deine Handlung. Ich vergebe dir im Namen meiner Familie deine Tat. Ich spreche dich, soweit es mir gegeben ist, frei von den Folgen, die deine Tat in meiner Familie ausgelöst hat. Ich bitte um Heilung für dich und dass du Kraft der Gnade deinen Seelenweg in das Licht, in die Liebe und in deinen Frieden findest. Ich wünsche dir für deine Zukunft, dass du für dich die Folgen deiner Handlung aufarbeitest und dich damit selbst erlöst.“ Vater: „Emu, dies ist das größte Geschenk, dass ich empfangen konnte. Ich nehme es dankbar an. Jetzt fühle ich langsam, dass ich mich von meinen Schuldgefühlen befreien kann. Ich weiß, es ist noch etwas zu tun. Dennoch haben mich deine Worte der Barmherzigkeit, der Großzügigkeit und Gnade zutiefst bewegt. Ich brauche noch etwas Zeit, um das alles aufzuarbeiten. Jetzt sehe ich das Licht, das mir so lange verschlossen blieb. Jetzt kommt es auf mich zu. Jetzt beginne ich, den Weg nach Hause zu sehen. Jetzt kann ich diesen Weg antreten. Ich möchte mich von dir und deiner Familie verabschieden. Du wirst spüren, dass ich jetzt gehe. Du wirst zunächst keinen Kontakt mehr zu mir bekommen. Sobald ich dort, wo ich jetzt hingehe, alles bereinigt habe und meinen Frieden gefunden habe, werde ich wieder kommen. Ich weiß heute schon, ich kann es wieder gut machen und werde es tun. Emu, ein letztes Mal, das Licht wird stärker, lass mich dich noch einmal umarmen, denn so nah werden wir sobald nicht sein. Jetzt zieht es mich ins Licht. Ich sehe schon die Kraft, die mich trägt. Das große Vertrauen breitet sich in mir aus und trägt mich in eine neue Dimension. Ich muss mich jetzt von dir verabschieden. Ich liebe dich.“ Nun legen wir eine Schweigeminute ein. Auf dem Tisch stehen Emu und sein Vater. Emu stellt die Figuren so, dass sie einander umarmen. Dahinter steht ein kleiner Altar, eine Rose und es brennt eine Kerze. Der wohltuende Duft eines Räucherstäbchens unterstreicht den heiligen Augenblick. Soeben wurden die wahren Ursachen, der Auslöser für Emus Krankheit gelöst. Emu ist nun frei, seinen eigenen Weg zu gehen. Emu unterstreicht das neue Lebensgefühl mit folgenden Affirmationen, die ich für ihn erarbeite: Ich bin heil – jetzt. Ich bin frei für mich selbst – jetzt. Ich bin frei für meinen eigenen Weg – jetzt. Ich bin frei für mein Glück – jetzt. Ich bin frei für meine Freude – jetzt. Ich bin frei für den Frieden in meiner Seele – jetzt. Ich bin frei für ein erfolgreiches Leben – jetzt. So nehme ich das Leben nun an und das Leben trägt mich. Last veredelt sich in Lust. Belastung wird zur Leichtigkeit und Glückseligkeit. Ich bin im Vertrauen zu mir und zum Leben. So ist es. Dem schließt sich eine Heilungszeremonie an. Emu geht voll in sich und durchlebt auf den inneren Ebenen die Situation noch einmal und genießt seine Heilung. Er integriert die Erfahrungen, die er soeben während der Heilarbeit gemacht hat. Ich ziehe mich solange zurück (eine halbe Stunde) bis Emu breit ist, wieder in die äußere Welt zurückzukehren. Die achte Sitzung: Emu beschreibt sein Befinden: Alle Symptome seien verschwunden. Er habe keine Phasen mehr. Seine schlechte Laune und depressive Stimmung sei weg. Er fühle sich noch gering ziel- und hilflos und habe Angst vor Belastungen und Pflichten. Emu ist wieder lebendig. Das Leben hat ihn wieder! Emu hat nicht mehr das Gefühl, von seinen Vätern verfolgt zu werden. Zu diesem Zeitpunkt befand sich Emu erst 2 Monate in einer therapeutischen Krisenintervention, die wöchentlich 3 bis 3,5 Stunden dauerte. In der achten Sitzung stellt Emu sich und seine Mutter auf. Emu gewinnt durch diese Heilarbeit Verständnis für seine Mutter und kann die familiären Zusammenhänge klarer sehen. Die Auflösung durch Emu: „Mutter, ich gebe Dich frei, Dein Leben zu leben. Mutter, ich liebe, achte und respektiere dich, wie es ein Sohn seiner Mutter gegenüber nur tun kann. Mutter, ich segne Dich und wünsche Dir von Herzen Glück für Dein neues Leben. Mutter, ich bin frei, mein Leben zu leben. Ich lebe mein Leben – jetzt. Ich bin jetzt frei von alten Familienverstrickungen. Ich bin frei. So ist es.“ Die neunte Sitzung: Emu beschreibt sein Befinden: Sein Zustand ist stabil und positiv. Er sei glücklich. Er habe immer noch Angst vor Belastungen. Wir führen eine Symptomaufstellung zum Thema durch.
Symptomaufstellung der Energie „Es ist alles eine Last“ Emu identifiziert sich mit der Energie. „Es ist alles eine Last“. In der systemischen Arbeit gelingt uns die Erlösung dieser Energie aus seinem Feld. Last und Belastungen werden erkannt, angenommen und bewusst aufgelöst. Lust kann nun den Platz in Emus Feld einnehmen, wo zuvor die Last das Feld beherrschte. Energie. „Es ist alles eine Last“: „Hallo Emu. Ich bin ein Teil von dir. Weißt du, wer ich bin? Ich bin deine Energie „Es ist alles eine Last“. Ich möchte dir sagen, dass ich deine Gedankenform bin, die du erschaffen hast. Jetzt habe ich mich verselbständigt und überschatte dich. Ich überschatte dein Leben, so dass dein Leben eine Last ist. Emu, ich fühle mich so wohl bei dir. Ich würde mich freuen, wenn du es auch tätest. Manchmal habe ich das Gefühl, dass du mich nicht so richtig magst. Es ist doch so schön, wenn alles eine Last ist. Weißt du, wie gut es mit immer geht bei dir, wenn du alles als Last empfindest. Ich werde dann immer größer, immer mächtiger und ich kann dich dann in allem, was du tust, vollkommen beherrschen. Ich fühle die Macht, die ich bin, die du mir gegeben hast. Du, Emu, hast mich erschaffen. Du hast mich geboren. Du hältst mich am Leben durch deine Gedanken, deine Gefühle, deine Glaubenssätze und so durchdringe ich dein ganzes Feld, dein Leben immer mehr und immer tiefer. Jetzt erkennst du mich. Das passt mir nicht wirklich, denn ich möchte unentdeckt bleiben, damit ich machen kann, was ich will. Dennoch denke ich als deine Gedankenform, dass du mich erschaffen hast und mich deshalb auch pflegen wirst, wie es eine Mutter mit einem Kind tut. Emu, wir gehören zusammen. Wir sind eins. Es ist doch so schön ein belastendes Leben zu haben oder etwa nicht? Wir gehören zusammen, Emu, und so soll es auch immer bleiben.“ Emu sagt, dass er wisse, dass es so ist. Er fühle sich machtlos, weiß nicht, was er dagegen tun kann. So unterbreite ich Emu den Vorschlag, diese Gedankenform, die er nun erkannt und angenommen hat, zu erlösen. Emu: „Liebe Gedankenform „Es ist alles eine Last“, wenn ich so höre, was du mir zu sagen hast, habe ich nur einen Satz für dich: Du bist eine Last. Ich habe genug von dir. Ich werde dir endlich den Platz geben, den du verdienst. Ich werde dich als meine Gedankenform erlösen und befreien und dir eine neue Aufgabe geben. Ich weiß, du bist stark und willst mein Feld beherrschen, so transformiere ich dich in die Energie „Es ist alles eine Freude“. Ich gebrauche meine Macht, meine Schöpferkraft. Du, Gedankenform, hast jetzt die Wahl. Entweder lösche ich dich vollkommen aus und du wirst in der nächsten Minute vollkommen aus meinem Feld und damit aus meinem Leben treten oder du nimmst mein Angebot und wandelst dich in die Energie „Es ist alles eine Lust und Freude“. Energie. „Es ist alles eine Last“: „Ich beuge mich allem, nur vernichte mich nicht.“ Emu verändert nun das aufgestellt Bild. Er nimmt die Energie „Alles ist eine Last“, stellt diese zur Wandlung an den Altar und stellt die Energie „Es ist alles eine Lust und Freude“ und die Energie „Ich bin“ neben sich auf. Emu genießt die Auflösung. Die zehnte und weitere Sitzungen: Emus Befinden ist stabil positiv. Er erzählt, dass er sich darüber ärgert, dass er das Schuljahr noch einmal wiederholen muss und dadurch ein Jahr verliert. Symptomaufstellung der Energie „Ärger“ Emu: „Hallo Ärger“ Energie Ärger: „Hallo Emu, ich bin dein Ärger darüber, dass du das Schuljahr nicht beenden konntest und nun noch einmal machen musst. Ich bitte dich, Emu, nähre mich. Ich brauche dich, wie du mich. Denn wenn du dich schön ärgerst, möglichst mit viel Gefühl, werde ich stärker und ich fühle mich genährt in deinem Feld. Du, Emu, hast mich erschaffen. Ich bin deine Gedankenform. Ich bin dein Ärger und so kann ich mich nur bei dir wirklich zu Hause fühlen. Verstehst Du das?“ Emu: „Ja.“ Energie Ärger: „Ich bitte dich, Emu, dich regelmäßig und immer wieder tiefgründig und emotionsgeladen zu ärgern, darüber, was dir passiert ist. Das macht mich lebendig und stark. Ich bin lebendig, wie du, nur auf eine andere Art. Emu, hilfst du mir, dass ich vollkommen präsent in deinem Feld leben kann? Wirst du dich immer schön ärgern, dass du deine Schule auf Grund deiner Krankheit nicht geschafft hast ? Meine Existenz in deinem Feld hängt davon ab. Nur wenn du mir Energie gibst, kann ich das leisten, wozu du mich erschaffen hast und dir damit dienen.“ Emu: „Eigentlich will ich dir keine Energie geben und will nicht, dass du größer wirst. Im Moment habe ich jedoch nicht die Kontrolle über dich und ärgere mich immer wieder.“ Energie Ärger: „Emu, du brauchst keine Kontrolle gewinnen. Das übernehme ich. Ich erschaffe Situationen, in denen du dich schön ärgerst. Du kannst mich doch nicht kontrollieren wollen. Ich bin deine Schöpfung. Du hast mich erschaffen. Nun musst du mich auch nähren.“ Emu: „Ich akzeptiere dich als meinen Ärger. Du hinderst mich sehr, das zu erreichen, was ich will.“ Emu weiß nicht, wie er mit seinem Ärger umgehen soll. Er respektiert, dass er in seinem Feld präsent ist und dass er ihn nährt. Er erkennt sein Fehlverhalten. Dennoch weiß er nicht, wie er die Kontrolle über die Energie „Ärger“ gewinnen und sich von dieser Energie befreien kann. Ich bespreche mit Emu seine jetzige Lebenssituation. Er habe keinen Grund, sich zu ärgern. Durch glückliche Fügungen sei er in sehr kurzer Zeit von einem unerträglichen Lebensgefühl befreit worden. Es gibt Menschen, denen dieses Glück nicht zuteil wird. Sie sterben an den Folgen ihrer Krankheit. Das beherzte Verhalten seiner Eltern, die ihn aus der Klinik holten, weil er dort stagnierte und sich aus Liebe zu ihm mit alternativen Heilverfahren auseinandersetzten, öffnete die Tür zu seiner Heilung. Dankbarkeit statt Ärger wäre hier angebrachter. Ich unterbreite Emu den Vorschlag, die Energie „Ärger“ in die Energie „Dankbarkeit“ zu transformieren. Dies wäre möglich, wenn es ihm gelänge, den Nutzen seiner Situation wahrzunehmen. Sein Weg der Heilung ermöglichte Emu, seine Väter zu erlösen und sich selbst von seiner Krankheit zu befreien. Emu zur Energie „Ärger“: „Energie Ärger, ich habe mich entschieden, dich in eine positive Energie zu transformieren.“ Energie „Ärger“: „Warum sollte ich mich ändern? Es geht mir doch gut bei dir. Ich fühle mich wohl.“ Emu: „Schön für dich. So kann es nicht weiter gehen. Du bist destruktiv.“ Energie „Ärger“: „Emu. Ich bin dein Ärger. So wie du Emu bist und nicht Ima. So bin ich dein Ärger und nicht irgendetwas anderes. Kannst du das verstehen?“ Emu: „Du wärst mir viel näher, wenn du mich nicht handlungsunfähig machen würdest.“ Energie „Ärger“: „Ich habe Angst, meine Identität zu verlieren, wenn du keine Energie mehr in mein Wesen gibst. Wenn du dich nicht mehr ärgerst, was soll dann aus mir werden? Erst hast du mich erschaffen, ich diene dir und nun willst du mich loswerden. Warum zweifelst du plötzlich daran, dass ich gut für dich bin? Du brauchst mich, sonst wäre ich nicht hier. Es gibt keinen Grund, mich zu zerstören.“ Emu: „Ich will dich nicht zerstören. Ich möchte nur, dass du mir auf eine andere Art hilfst. Du bist nicht gut für mich gewesen. Ich hatte keine guten Zeiten mit dir. Du hast mir auch nicht geholfen.“ Energie „Ärger“. „Willst du damit sagen, dass ich deine Fehlschöpfung bin?“ Emu: „So ist es.“ Energie „Ärger“: „Was soll nun werden? Meine Identität ist es, dich zu ärgern, das Gefühl von Ärger in dir zu nähren.“ Emu: „Ich habe mich entschieden, dich in die Energie ‚Dankbarkeit’ zu wandeln.“ Energie „Ärger“: „Ich bin der Ärger, deine Gedankenform und so lebe ich in deinem Feld. Du hast mich als destruktiv bezeichnet. Doch du hast mich durch deine Destruktivität genährt. Ich habe nicht die Kraft, mich zu wandeln. Du allein hast die Macht dazu. Du hast den Schlüssel zu meiner Transformation. Du hast mich erschaffen und du kannst mich wandeln. Wenn du deine Gedanken und Gefühle änderst, kann ich mich ändern. Ich bin bereit, mich zu wandeln, wenn du mir eine neue Identität gibst. Dann werde ich dir dienen und als deine Dankbarkeit dein Feld erhellen.“ Emu hat erkannt, dass der Ärger eine Gedankenform ist, die er selbst erschaffen hat. Er hat dies akzeptiert. Es ist ihm bewusst geworden, dass er diese Energie durch seine Destruktivität nährt. Er hat die Klarheit darüber gewonnen, dass diese Energie seine Heilung behindert. Er bereut, diese Gedankenform aus Unwissenheit erschaffen zu haben. Aus dieser Erkenntnis heraus ist es ihm möglich, bewusst die Entscheidung zu treffen, diese Energie nicht mehr in seinem Feld zu nähren. Damit wird die Energie „Ärger“ sein Feld verlassen oder die aufgebaute Energie kann durch Liebe ihr Wesen verändern und nun Emu dienen, ein lichtvolleres Leben zu führen. Auflösung durch Emu: „Ärger“, jetzt habe ich erkannt, dass ich dich erschaffen habe, dass ich für dich verantwortlich bin. Ich bitte um Vergebung für meine Fehlschöpfungen. Ich vergebe mir meine Fehlschöpfungen. Ich bitte meine Fehlschöpfungen um Vergebung, dass ich sie erschaffen habe. Ich spreche meine Fehlschöpfungen frei, denn ich habe sie erschaffen. Jetzt entscheide ich mich für einen neuen Weg. Jetzt Ärger, wandle ich dich Macht meiner Schöpferkraft, meines Willens, meiner Liebe in Dankbarkeit. Ich bin dankbar für meine tiefgründige Heilung, ich bin dankbar für die Heilung meiner Familienangehörigen, ich bin dankbar, dass ich bin. So sei es.“ Energie „Ärger“: „Emu. Ich fühle, wie meine Identität schwindet. Hilf mir, mich zu wandeln. Du bist der Schöpfer deines Lebens, deines Feldes.“
Emus Gesundheitszustand ist weiterhin stabil. Er fühlt sich gut. Er fühlt sich von den einst vorhandenen Symptomen befreit. Andere Themen rücken nun in den Vordergrund. Emu kann sich in die Gesellschaft nicht so einfügen, wie es andere können. Er beschreibt sich selbst als nicht anpassungsfähig, fühlt sich bei Pflichten unter Druck gesetzt. Auch ist sein Selbstbewusstsein noch nicht so wie es vor der Krankheit war. Emu fühlt einen starken Zwang in sich, wieder funktionieren zu müssen und hat Angst, die Anforderungen unter Druck nicht zu bewältigen. Mit diesem Themenkomplex beschäftigen wir uns in den nächsten Sitzungen. Wie beschrieben, kreisen wir die Problemfelder ein, besprechen diese, stellen diese auf und schaffen Lösungen. Stellvertretend für die verschiedenen Themenkomplexe, die wir in diesem Kontext bearbeiten, ist ein zentrales Thema, das Emu für sich lösen möchte, der Zwang in die Schule gehen zu müssen, um etwas zu lernen, was er größtenteils als sinnlos erachtet.
Symptomaufstellung der Energie „Zwang“ Emu stellt seinen Zwang auf. Er baut vor sich ein „Gebäude“ aus mehreren Figuren. Der Zwang besteht aus dem Zwang selbst, der Nicht - Motivation, der Lähmung, der Nicht - Konzentration und dem Gefühl der Unerträglichkeit. Dieses „Gebäude“ erscheint in der Aufstellung übermächtig und unlösbar. Emu steht dieser Energie zunächst machtlos gegenüber. Emu: „Hallo Zwang:“ Energie „Zwang“: „Ich bin die Materialisierung deiner Schöpfung. Du hast mich erschaffen, denn durch mich bist du handlungsfähig. Ohne mich würdest du die Türen schließen und weit fort an einen anderen Ort gehen, wo du glücklicher bist. Ich habe die Funktion, dich zu binden an diesen Ort, diesen Raum, diese Zeit und diese Kräfte. Was wärst du ohne mich? Ich bin wichtig in deinem Leben, denn ich zwinge dich durchzuhalten und die Dinge zu tun, die zu tun sind.“ Emu: „Du hast nicht ganz unrecht. Dennoch wäre es für mich besser mit Motivation zu lernen, als mit Zwang.“ Energie „Zwang“: „Es war einmal, da gab es eine Zeit, da war ich ganz klein. Ich war da, doch du bemerktest mich nicht. Doch dann auf einmal gabst du mir Macht. Ich konnte mich immer weiter ausdehnen in deinem Feld. So konnte ich von dir Besitz ergreifen. Ich, der Zwang, bin deine Schöpfung. Ich bin hier, weil ich eine Funktion habe. Diese Funktion hast du mir gegeben, nämlich auszuhalten. Die Energie, die du in mein Zwangsystem gegeben hast, um durchzuhalten, hat mich aufgeblasen. Du trittst ständig die Pumpe und je mehr du die Pumpe trittst, desto stärker bin ich. So bin ich mächtig geworden. Ohne mich wäre alles zusammen gebrochen. Durch mich konntest du immer weiter machen. Erst als sich andere Kräfte einmischten, brach dein Feld gänzlich zusammen. Ich, dein Zwang habe das nicht verursacht. Ich habe dich immer unterstützt, durchzuhalten. Erst als deine Seele eingriff, brach alles zusammen.“ Auflösung durch Emu: „Ich habe das Gefühl, dass es so ist, wie du sagst. Dennoch: Jetzt entscheide ich mich für eine anderen Weg. Zwang, ich danke dir für alles, was du für mich getan hast, für deine Hilfe und dass du mir gedient hast. So kann und will ich jedoch nicht weiter leben. Ich entscheide mich, ohne dich zu leben oder deine Energie in die Liebe zu transformieren. Zwang, ich erkenne an, wie es war. Ich bitte dich um Vergebung, ich vergebe mir und ich vergebe allen Menschen und Systemen, die Situationen erschufen, in denen ich den Zwang nährte.“ In der zwölften Sitzung erklärt Emu, dass sein einst „verlorenes Ich“ nun wieder vollkommen präsent sei. Psychosen sind dadurch gekennzeichnet, dass der psychotisch reagierende Mensch, den Zugang zu seinem Ich verloren hat. Aufgabe der Therapie ist es, den Klienten darin zu begleiten, sein „Ich“ wieder zu finden, sein Ich wieder aufzubauen, es zu nähren und zu stärken. Bereits viele Wochen habe er sein „Ich“ wieder gespürt, es wurde zunehmend stärker und jetzt fühle er es wieder ganz in sich. Zur Stärkung des „Ich“ arbeiteten wir am Themenkomplex Selbstwert, Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen. Im Ergebnis dessen erarbeitete ich für Emu Affirmationen, mit denen er sich täglich auseinandersetzte:
Ich bin ich zur Stärkung des Ich, Ich – Aufbau , Ich – Findung zur Schaffung einer Verbindung des Ich zum Ich bin (Höheres Selbst)
Ich atme Selbstwert, Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen ein. Ich atme alles, was nicht Liebe ist, aus. Ich atme die Liebe ein. Ich bin Selbstwert, Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen.
Ich bin vollkommen verbunden mit meinem Ich bin. Ich fühle mich vollkommen verbunden mit meinem Ich bin. (Ich – Verbindung zum Höheren Selbst herstellen; Gedanken und Gefühle verbinden)
Von meinem Ich bin fließt Selbstwert in mein Ich. Von meinem Ich bin fließt Selbstbewusstsein in mein Ich. Von meinem Ich bin fließt Selbstvertrauen in mein Ich. Von meinem Ihn bin fließt Liebe in mein Ich. Von meinem Ihn bin fließt Wahrheit in mein Ich. Von meinem Ihn bin fließt Weisheit in mein Ich. (bewusste Wahrnehmung der Verbindung des Ich mit dem Ich bin – mental und emotional)
Ich fühle die Freude meines Ich. Ich erlebe mein Ich. Ich bin die Schöpfung von Harmonie und Einheit in meinem Ich. Ich fühle mein Ich in jeder Zelle meines physischen Körpers, in meinem Emotionalkörper, meinem Mentalkörper, meinem Spirituellem Körper.
Ich bin ich. Ich lebe mein Ich. Ich fühle mein Ich. So ei es.
Nachdem wir das Thema Druck bearbeitet haben, kreierte ich für Emu folgende Affirmation:
Bewusst tief ein- und ausatmen. Ich bin.
Ich bin vollkommen ruhend in mir. Ich bin die Ruhe meiner selbst. Ich ruhe in mir.
Ich bin vollkommen entspannt. Mein Mentalkörper ist vollkommen entspannt. Mein Emotionalkörper ist vollkommen entspannt. Mein physischer Körper ist vollkommen entspannt.
Jeglicher Druck in mir wird jetzt transformiert in Licht, Liebe und Leichtigkeit. Ich bin frei vom Druck in mir.
Leichtigkeit und Freude breiten sich in meinem Körper aus. Leichtigkeit und Freude breiten sich in meinem Emotionalkörper aus. Leichtigkeit und Freude breiten sich in meinem Mentalkörper aus.
Licht und Liebe durchströmen mich vollkommen. Ich bin geheilt von allem, was nicht Liebe und Licht in mir ist.
Druck transformiert sich in Loslassen, in ein sich lösen in Liebe. Pflicht transformiert sich in Freude. Ich bin die Freude, ich lebe die Freude. Ich handle in Freude. Ich handle mit Freude. Ich handle für die Freude in meinem Leben. So sei es.
Nachdem wir das Thema Fehlschöpfungen und Zwang bearbeitet haben, kreierte ich für Emu folgende Affirmation:
Ich bin. Ich bin frei. Ich bin frei von allen Fehlschöpfungen und Zwängen. Ich bin frei, von dem was die Fehlschöpfungen und Zwänge verursachten. Ich bin frei von zwanghaftem Sein.
Ich entscheide mich: Ich bin. Ich lebe im Sein. Ich lebe im Hier und Jetzt. Ich befreie mich von meinen Fehlschöpfungen und lerne, wahrhaftig zu schöpfen. Ich vergebe mir meine Fehlschöpfungen. Ich bitte meine Fehlschöpfungen, mir zu vergeben. Dass ich sie aus Unwissenheit erschaffen habe und bitte sie, sich in wahrhaftige Schöpfungen zu transformieren.
Ich bin Schöpfer meines Lebens. Ich transformiere meine Fehlschöpfungen in wahrhaftige Schöpfungen. Ich schöpfe ein Leben in Liebe, Freude, Kraft, Fülle und Berufung. Ich bin Schöpfer. Ich bin der ich bin. Ich bin.
Ich bitte um etwas Geduld. Weitere Leseproben stehen Ihnen bald zur Verfügung.
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